Cannabis als Medizin

Die medizinische Verwendung von Cannabis hat Tradition. Die Pflanze findet schon seit langer Zeit sowohl als Rauschmittel wie auch als Heilmittel Verwendung. Auch im Internet findet man heute etliche Erfahrungsberichte zum Nutzen von Cannabis in der Medizin. Es kursieren viele Mythen. Manche preisen es als Wundermittel, während andere der Pflanze jede medizinische Wirkung absprechen. Doch was ist wahr? Im Folgenden schauen wir uns einmal an, was die wissenschaftliche Forschung zum Thema Cannabis in der Medizin zu berichten weiß.

Cannabis als Medizin: Das sind die Fakten!

Inhalt

Key facts 

  1. Cannabisarzneimittel sind Medikamente, die aus der Cannabispflanze gewonnen werden oder cannabisähnliche Wirkstoffe enthalten.
  2. Für die therapeutische Wirkung sind insbesondere die Inhaltsstoffe THC und CBD von Bedeutung.
  3. Cannabis wirkt über ein körpereigenes Signalsystem (Endocannabinoidsystem), dessen Bestandteile überall im Körper zu finden sind.
  4. Die Wirksamkeit wurde und wird in einer Vielzahl von Studien untersucht, teilweise mit vielversprechenden ersten Ergebnissen. Die Menge an qualitativ hochwertigen Studien ist aktuell noch gering, daher ist die Aussagekraft je nach Erkrankung mäßig bis unklar.
  5. Zu den Anwendungsbereichen, in denen Cannabis eingesetzt wird gehören u. a.: chronische Schmerzen, Spastizität bei Multipler Sklerose, Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen, seltene Formen der Epilepsie, Gewichtsverlust und Anorexie bei HIV/AIDS
  6. Medizinisches Cannabis wird hauptsächlich inhaliert oder oral eingenommen
  7. Nach Vorlage eines gültigen Rezeptes (gelbes Betäubungsmittelrezept) von einer Ärztin oder einem Arzt sind Cannabisprodukte in den Apotheken erhältlich.

Die Verwendung von Cannabis als Rausch- und Heilmittel hat eine lange Tradition. Im Internet finden sich etliche Erfahrungsberichte zum Thema Cannabis in der Medizin – darunter auch viele Mythen. Die einen preisen es als Wundermittel, während andere der Pflanze jede medizinische Wirkung absprechen und vor den Gefahren warnen. Doch was ist wahr? Im Folgenden schauen wir uns einmal an, was die Wissenschaft zum Thema Cannabis in der Medizin zu berichten weiß.

Was ist medizinisches Cannabis?

Als medizinisches Cannabis, Medizinalcannabis, Cannabisarzneimittel oder cannabis- oder cannabinoidbasierte Arzneimittel (CAM) werden Medikamente bezeichnet, die aus der Cannabispflanze (lateinisch: Cannabis sativa L., deutsch: Hanfpflanze) gewonnen werden oder cannabisähnliche Wirkstoffe enthalten. Letztere können entweder aus der Pflanze isoliert oder im Labor hergestellt worden sein. Wird der Begriff „Cannabis“ ohne weitere Ausführung verwendet, ist meist allgemein die Pflanze Cannabis (Cannabis sativa L.) oder die getrocknete weibliche Cannabisblüte (häufigste Darreichungsform von cannabisbasierten Arzneimitteln) gemeint. Ziel bei einer Therapie mit medizinischem Cannabis ist immer die Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder krankhaften Beschwerden und Symptomen und keineswegs der Gebrauch als Genussmittel.

Woher kommt das medizinische Cannabis?

Schwerkranke Patient:innen erhalten medizinische Cannabisblüten oder Cannabispräparate in der Apotheke. Um eine gleichbleibend hochwertige Qualität sicherzustellen, hat das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) mit dem neuen Gesetz „Cannabis als Medizin“ 2017 auch eine staatliche Cannabisagentur ins Leben gerufen. Diese kontrolliert und steuert Anbau, Verarbeitung und Abgabe von medizinischem Cannabis. Zusätzlich zu den in Deutschland angebauten Cannabispflanzen wird der Bedarf auch über Importe gedeckt. Diese erfolgen zur Zeit vor allem aus den Niederlanden und Kanada. Der Eigenanbau von Cannabis ist aktuell untersagt.

Medizinisches Cannabis – Droge vs. Medizin

Cannabis gehört zu den ältesten Kultur- und Nutzpflanzen. Es wurde über viele Jahrhunderte als Rauschmittel verwendet – allerdings ist Cannabis auch eine der ältesten Heilpflanzen, die wir kennen. Heute gehört Cannabis nach Schätzungen der WHO mit Abstand zu der häufigsten angebauten, gehandelten und missbrauchten illegalen Drogen weltweit. Ungefähr 147 Millionen Menschen, das bedeutet etwa 2,5 % der Weltbevölkerung, konsumieren Cannabis im Jahr. Im Vergleich dazu gibt es etwa 0,2 % Kokain- und Opiatkonsumenten.

Die Versorgung von kranken Menschen mit cannabisbasierten Arzneimitteln und Medizinprodukten wird vor diesem Hintergrund kontrovers diskutiert. Eine von Ärzten häufig geäußerte Sorge ist, dass eine Abhängigkeit, Missbrauch oder ein schädlicher Konsum von Cannabis eintreten kann. Das körperliche und psychische Abhängigkeitspotenzial ist aber im Vergleich zu anderen Substanzen als gering einzuschätzen. Das macht Medizinalcannabis zu einem Medikament mit einem vergleichsweise kleinen Therapierisiko.

Seit dem 10. März 2017 ist es in Deutschland möglich, dass Ärzte cannabishaltige Arzneimittel für Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen mit verhältnismäßig geringem Aufwand verordnen können. Ein Ende der teils sehr emotional geführten Debatte um den medizinischen Nutzen von Cannabis ist aber weiterhin nicht in Sicht: Von einigen wird es nach wie vor als „Kifferkraut“ verteufelt, von anderen als harmloses Wundermittel gepriesen. Die Wahrheit liegt also wie so oft vermutlich irgendwo dazwischen. Fakt ist, dass Nutzen und Risiko, wie bei jedem anderen Medikament auch, in jedem Fall individuell abgewogen werden müssen. Das wissenschaftliche Interesse ist über die letzten Jahre stetig gestiegen. Und da auch weiterhin immer neue interessante Einsichten zu medizinischem Cannabis veröffentlicht werden, bleibt es wohl auch noch eine Weile spannend. 

Wie erfolgt die Anwendung von Medizinalcannabis?

In der Therapie mit Medizinalcannabis kommen vor allem zwei Verabreichungsarten zum Einsatz:

  1. Inhalation (Einatmen)
    Zur Inhalation sollte immer ein medizinischer Verdampfer (Vaporisator) eingesetzt werden. Dieser erhitzt das Cannabisarzneimittel (z. B. Cannabisblüten) auf eine Temperatur zwischen 180 und 210°C. Dadurch werden die Wirkstoffe in ihre aktive Form umgewandelt und durch Verdampfung inhalierbar gemacht. Der Vorteil eines medizinischen Verdampfers ist, dass es nicht zu einer Verbrennung kommt und kein Rauch mit giftigen Nebenprodukten entsteht. Über die Lunge gelangen die Wirkstoffe schnell in den Blutkreislauf. Dadurch tritt eine Wirkung schon innerhalb weniger Sekunden bis Minuten ein und hält anschließend für ca. 2-3 Stunden an.
  2. Orale Einnahme (Schlucken)
    Bei der Anwendung über den Mund (z. B. als Tropfen oder Kapsel) gelangt das Arzneimittel zunächst in den Magen-Darm-Trakt. Bevor die Inhaltsstoffe den Blutkreislauf erreichen können, werden sie in der Leber verstoffwechselt (First-Pass-Effekt). Das bedeutet, dass im Vergleich zur Inhalation ein chemisch leicht veränderter Wirkstoff entsteht. Der Eintritt der vollen Wirkung erfolgt erst nach ca. ein bis zwei Stunden, kann dann aber bis zu 8 Stunden und länger anhalten..

Je nachdem, ob eher ein schneller Wirkeintritt oder eine länger anhaltende Wirkung gewünscht ist, kann die Darreichungsform an die Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten angepasst werden.

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über einige wichtige Eigenschaften der beiden Darreichungsformen inhalativ und oral:

Inhalative Einnahmeorale Einnahme
Wie viel Wirkstoff steht dem Körper zur Verfügung?15-35 %3-12 %
WirkungseintrittSekunden bis Minuten30-90 Minuten
Maximale Wirkung bei20 Minuten2-4 Stunden
Dauer der Wirkung2-3 Stunden4-8 Stunden
Verarbeitung über die Leber (First-Pass-Effekt)NeinJa

Cannabis Wirkung – wie wirkt Cannabis im Körper?

Die Cannabispflanze enthält mehrere hundert potenziell wirksame Substanzen. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören die Cannabinoide, von denen mehr als 100 bekannt sind. In der Therapie mit Medizinalcannabis spielen vor allem die Cannabinoide Δ-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) eine entscheidende Rolle.

THC ist das bisher am besten untersuchte Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Es löst die meisten bekannten körperlichen und psychischen Wirkungen von Cannabis aus.

In Studien konnte bisher unter anderem folgende Effekte von THC beobachtet werden: schmerzlindernd, schlaffördernd, appetitanregend, gegen Übelkeit und Erbrechen wirksam, euphorisierend, unterstützend bei der Suchtentwöhnung, Tics-reduzierend (z. B. bei Tourette-Syndrom), krampflösend (v. a. der glatten Muskulatur).

Die Qualität der zugrundeliegenden Studien ist jedoch in vielen Fällen leider nicht so hoch, dass sich daraus auch allgemeine Aussagen zur Wirkung ableiten ließen.

Cannabidiol (CBD) wirkt im Gegensatz zu THC nicht berauschend.

Für folgende Wirkungen von CBD liegen Hinweise vor:

entzündungshemmend, schlaffördernd, angstlösend, krampflösend (zusammen mit THC), kann die psychoaktive Wirkung von THC abmildern.

Auch hier gilt leider noch das traurige Mantra der Cannabisforschung: die Anzahl an qualitativ hochwertigen Studien ist bisher gering – endgültige Aussagen zur Wirksamkeit lassen sich daher in vielen Fällen nicht treffen.

Bei vielen Beschwerden und Erkrankungen wird die Wirksamkeit von Cannabispräparaten erforscht, zum Teil mit vielversprechenden ersten Ergebnissen. Die Menge an Studien ist über die letzten Jahre stark angestiegen. Die Aussagekraft der Studien ist leider oft nicht sehr hoch und je nach Erkrankung als mäßig bis unklar zu bewerten. 


Insgesamt ähneln sich die Cannabinoide in ihrer chemischen Struktur. Sie kommen nicht nur in der Cannabispflanze vor (Phytocannabinoide), sondern werden auch von unserem Körper gebildet (Endocannabinoide). Dort dienen sie als Botenstoffe und nehmen unter anderem Einfluss auf das Schmerzempfinden, Immunsystem, Entzündungsprozesse, Appetit, Gedächtnisleistung und die Psyche.

Cannabinoide, die im Labor hergestellt werden, unterscheiden sich von den körpereigenen und pflanzlichen Wirkstoffen in ihrer chemischen Struktur. Canames® (Wirkstoff: Nabilon) beispielsweise wird bei Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie eingesetzt. Die Frage nach den genauen Wirkmechanismen von Cannabinoiden ist immer noch nicht vollständig geklärt und bedarf auch zukünftig noch weiterer Forschung.

Bei welchen Krankheiten und Symptomen wird Medizinalcannabis eingesetzt?

Cannabis hat als Medikament ein breites therapeutisches Potenzial und damit viele mögliche Anwendungsbereiche. Das liegt daran, dass die Substanzen ein körpereigenes Signalsystem beeinflussen, das sogenannte Endocannabinoidsystem. Bestandteile dieses Systems finden sich überall im Körper. Die Wirksamkeit von Cannabispräparaten wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden untersucht, teilweise mit vielversprechenden ersten Ergebnissen. Mögliche Indikationen, die sich aus klinischen Studien zur Wirksamkeit mit mäßiger bis hinreichender Aussagekraft ergeben, sind z. B.:

  • chronische Schmerzen (z. B. im Zusammenhang mit Krebs, Rheuma, Multipler Sklerose)
  • Spastizität (Krämpfe) bei Multipler Sklerose
  • Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen
  • seltene Formen der Epilepsie (z. B. Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom)
  • Gewichtsverlust und Anorexie bei HIV/AIDS

Weitere potenzielle Indikationen, für die Hinweise aus Studien mit niedriger bis unklarer Aussagekraft vorliegen:

  • Psychisch:
    • Tourette-Syndrom
    • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
    • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
    • Schlafstörungen
    • Angststörungen
    • Depression
    • Schizophrene Psychose (CBD)
    • Zwangsstörungen (CBD)
    • Suchterkrankungen
    • Anorexia nervosa (Magersucht)
  • Neurodegenerative und neurologische Erkrankungen (Krankheiten des Nervensystems)
    • Morbus Alzheimer
    • Morbus Parkinson
    • Morbus Huntington
    • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
    • Dystonie
    • Tremor
    • Restless-Legs-Syndrom
  • Entzündliche Darmerkrankungen
    • Morbus Crohn
    • Colitis ulcerosa
  • Palliativtherapie
  • Krebserkrankungen
  • Glaukom (Grüner Star)

In der Regel wird eine Behandlung mit Cannabis als Begleittherapie („Add-on“), d. h. zusätzlich zu bereits eingenommenen Medikamenten und/oder Therapien, eingesetzt. Es muss für die Verschreibung laut dem Gesetz von 2017 eine „schwerwiegende Erkrankung“ vorliegen und die bewährten Therapieoptionen erfolglos probiert oder nicht verfügbar sein. Der Arzt kann jedoch unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes auch entscheiden, dass eine Behandlungsoption nicht zum Einsatz kommt, obwohl sie verfügbar wäre. So könnten sich Arzt/Ärztin und Patient/Patientin z. B. gegen einen Therapieversuch mit Opioiden entscheiden, weil eine Geschichte von Substanzmissbrauch oder Verdauungsprobleme vorliegen. 

Nach einer von das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) aufgestellten Begleiterhebung (Stand: 6. März 2020) werden Cannabinoide zur Therapie folgender Indikationen/ Beschwerden verwendet:

Erkrankung oder SymptomatikFälle
(insgesamt n=8.872)
Prozentualer Anteil
Schmerzen6.374ca. 72 %
Krämpfe (Spastik)940ca. 11 %
Gewichtsverlust (Anorexie/Wasting)590ca. 7 %
Übelkeit/Erbrechen341ca. 4 %
Depressionen259ca. 3 %
Migräne181ca. 2 %
entzündliche, nichtinfektiöse Darmkrankheit113ca. 1 %
ADHS111ca. 1 %
Appetitmangel/ Inappetenz111ca. 1 %
Epilepsie97ca. 1 %
Ticstörung, inklusive Tourette-Syndrom79< 1 %
Restless-Legs-Syndrom78< 1 %
Schlafstörung/Insomnie 74< 1 %
Hinweis zur Tabelle: Bei 3.177 (36 %) der insgesamt 8.872 Fälle sei die Behandlung mit Cannabis vor Ablauf eines Jahres beendet worden. Bei 557 (ca. 6 %)  habe eine MS-Grunderkrankung vorgelegen. Bei 1.683 (ca. 19 %)  habe eine Tumorerkrankung bestanden. Quelle: BfArM und Deutsche Apotheker Zeitung 2020

Wann kann Cannabis als Medikament verordnet werden?

Seit März 2017 kann in Deutschland medizinisches Cannabis von Ärztinnen und Ärzten jeder Fachrichtung (mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzten) verordnet werden.

Damit eine Behandlung mit Cannabis verordnet werden kann, müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es liegt eine schwerwiegende Erkrankung vor
  • Die Standardtherapien stehen nicht zur Verfügung oder können so nicht zur Anwendung kommen (z. B. wegen der Nebenwirkungen oder dem aktuellen Krankheitszustand)
  • Der Einsatz von Cannabis ist erfolgversprechend
  • Die Verordnung erfolgt durch einen Vertragsarzt

In Deutschland hat es sich durchgesetzt, dass Cannabis gesetzlich nicht nur bei bestimmten Krankheiten verschrieben werden kann. Stattdessen steht die Schwere der Erkrankung im Vordergrund. Die Verantwortung und die Entscheidung, ob eine Therapie mit Medizinalcannabis Erfolg verspricht und sinnvoll ist, liegt damit beim Arzt oder bei der Ärztin. Trotzdem wurden in der Vergangenheit bestimmte Erkrankungen durch  höchstrichterliche Rechtsprechung als „schwerwiegend” eingestuft. Dazu gehören:

  • Multiple Sklerose
  • Krebs
  • AIDS
  • Myopathie wegen Myoadenylatdesaminase-Mangels
  • Hirntrauma, resultierend aus Subarachnoidalblutung
  • Kardiomyopathie
  • Friedreich‘sche Ataxie
  • Ausgeprägtes Restless-Legs-Syndrom

Wird medizinisches Cannabis durch die Krankenkassen erstattet?

Medizinalcannabis ist unter gewissen Voraussetzungen erstattungsfähig. Die jeweilige Krankenkasse darf eine Übernahme der Kosten nur in begründeten Fällen verweigern. Bei einer Ablehnung kann der/die Patient:in Widerspruch einlegen. Sollte dieser Widerspruch erneut abgelehnt werden, kann eine Klage vor dem zuständigen Sozialgericht erfolgen. Alternativ kann mit einer Verschreibung auf ein Privatrezept selbst gezahlt werden.

Sollen die Kosten von einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden, muss vor der ersten Verordnung eine Genehmigung von der Krankenkasse eingeholt werden. Der Antrag auf Kostenübernahme für Mediznalcannabis wird formal vom Patient bzw. von der Patientin gestellt.

Das Cannabisrezept

Bei cannabisbasierten Medikamenten (CAM) handelt es sich weiterhin um Betäubungsmittel. Die Verschreibung erfolgt deswegen auf ein Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept). Das sind spezielle, gelbe Rezeptvordrucke. Das Rezept muss bestimmte Informationen enthalten; nach Vorlage eines gültigen Rezeptes von einer Ärztin oder einem Arzt sind Cannabisprodukte in den Apotheken/einer Cannabis Apotheke erhältlich. Alle wichtigen Informationen zum Thema Cannabisrezept und wie Sie Ihr Cannabis Rezept einlösen gibt es in unserem Beitrag zu diesem Thema.

Quellen

Internetseiten

Literatur

1) Informationen zum Endocannabinoidsystem

  • Russo, E. B. Introduction to the Endocannabinoid System. (1998).

2) Geschichte des Cannabis

  • Hand, A., Blake, A., Kerrigan, P., Samuel, P. & Friedberg, J. History of medical cannabis. Cannabis Med. Asp. 9, 17–26 (2017).

3) Wirkung der Cannabinoide und Indikationen

  • Grotenhermen F, Müller-Vahl K. The therapeutic potential of cannabis and cannabinoids. Dtsch Arztebl Int. vol. 109(29-30):495-501 (2012)
  • Abrams, D. I. The therapeutic effects of Cannabis and cannabinoids: An update from the National Academies of Sciences, Engineering and Medicine report. Eur. J. Intern. Med. 49, 7–11 (2018).
  • Whiting, P. F. et al. Cannabinoids for Medical Use. JAMA 313, 2456 (2015).

4) Darreichungsformen von Cannabis

  • Grotenhermen, F. Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Cannabinoids. Clin. Pharmacokinet. 42, 327–360 (2003).